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Wie geil ist das denn?

Aktualisiert: vor 3 Tagen


Kaum hat der Stadionsprecher am 05.07. gegen 18.00 Uhr diesen Satz gesagt, gibt es kein Halten mehr und unbeschreiblicher Jubel brandet auf. Die Sensation war perfekt: Zum ersten Mal hat das Deutsche Rugby Team die "HAMBURG 7S" gewonnen, ihr Heimturnier im Rahmen der Europameisterschaften im olympischen 7er-Rugby. War im letzten Jahr noch die favorisierte französische Equipe siegreich, unterlagen sie dieses Mal deutlich mit 26 zu 7.

Das "Wolfpack" hatte die Franzosen über längeren Phasen energisch mit druckvoller Verteidigung förmlich vor deren Malfeld festgenagelt. Der finale Erhöhungskick von Cederic Eichholz ging da in der zweiten Halbzeit nach sieben Minuten im Dauerapplaus schon beinahe unter.


Zudem wurde Felix Hufnagel zum besten Spieler des Turniers gekürt.

Bundestrainer Pablo Feijóo konnte zurecht stolz auf die Leistungen seines Teams sein. „Vor allem die Youngster, die für die verletzten Spieler in den Kader gekommen sind, haben ihre Sache wirklich gut gemacht. Es ist deutlich zu sehen, dass wir den Abstand zur Weltspitze in diesem Jahr weiter verkürzen konnten".

 

 

 



Bei der Siegerehrung ging es dann noch einmal recht emotional zu: Erst ertönte die Sportlerhymne "We are the Champions", dann wurde der Meisterpokal überreicht und schließlich gab es den ultimativen gemeinsamen Jubelschrei - das Adrenalin mußte einfach raus. Und genau da, war leider mein Handyakku leer. Die jeweiligen Nationalhymnen waren schon bei der Präsentation der Mannschaften vor den Spielen um Platz 3 und 4 sowie dem Finale erklungen. Na ja, abgesehen von den Franzosen, die ihre Marseillaise immer inbrünstig mitsingen, ist bei anderen Mannschaften "noch Luft drin". Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man als Sportler*in im Wettkampfgeschehen steht und die Nationalhymne gespielt wird. Den dritten Platz belegte übrigens Italien nach einem 26 zu 12 -Spiel über Belgien.


 

 

Nur zwei Stunden zuvor hatte die deutsche "Girl Gang" mit Platz fünf ebenfalls ihr bislang stärkstes Resultat in der Hansestadt abgeliefert. Mit einer kompakten Leistung - insbesondere den starken Sprints von Kapitänin Mette Zimmat und Gesine Adler - verabschiedete sich das Team mit einem verdienten 19:5-Erfolg gegen Irland aus dem Turnier. Bundestrainer Curtis Bradford sieht seinen "Mädelstrupp" auf dem richtigen Weg, um im europäischen Ranking noch weiter aufzurücken. Im Kreisrund ließ es sich auch Spielführerin Mette Zimmat nicht nehmen, mit flammenden Worten ein motivierendes Resumée zu ziehen. Sieger bei den Frauen wurde "Les Blues" Frankreich, das sich gegen die ebenfalls starken Polinnen mit 17 zu 12 durchsetzte. Dritte wurden die Belgierinnen.

 

Beide deutsche Teams gehen nun mit ausgesprochen guten Voraussetzungen ins zweite und entscheidende EM-Turnier im kroatischen Split, wo vom 24. bis 26. Juli der EM-Titel vergeben wird. Damit immer alles mit rechten Dingen zugeht, ist neben den Schiedsrichtern auch immer ein Vertreter der NADA für die Dopingkontrollen anwesend; so auch in Hamburg. Während der Endspiele machte er sich einige Notizen. Wer letztlich zur Dopingkontrolle mußte, kann ich jedoch nicht sagen.

 

Die weltweit führenden Top-Nationen im 7er-Rugby sind übrigens Fidschi (amtierender Olympiasieger) und Neuseelands "All Blacks 7", die die meisten Titel in der weltweiten Turnierserie halten. Nicht zu vergessen die "Blitzboks" aus Südafrika, gefolgt von Argentinien, Australien und Frankreich.

Da geht es in so einer Kontaktsportart schon zur Sache und Blessuren oder schwerere Verletzungen bleiben nicht aus. Auch am Rande des Spielfeldes in Hamburg waren einige Rekonvaleszenten zu sehen, aber keine/r sah so aus, als ob sie/er von dieser Sportart lassen wollten. Einige stellten sich bei ihrer Mannschaft auch als " water carrier" in den Dienst.

 

 

Auch die Veranstalter zeigten sich angesichts der Zuschauerzahlen und der tollen Stimmung rund um den Platz höchst zufrieden. Insgesamt waren 7.250 Rugbybegeisterte zum Austragungsort am Steinwiesenweg gekommen - ein neuer Rekord trotz einiger Wetterkapriolen.


Alle diejenigen, die dieses - u.a. dank der vielen Helfer*innen - perfekt organisierte Turnier und den denkwürdigen Abschlußtag verpaßt haben, können die Ergebnisse und weitere Einzelheiten auf der Website von Rugby Deutschland nachlesen.

Die Deutschen Meisterschaften finden dieses Jahr übrigens Ende Juli (23. bis 26.) in Hannover im Rahmen der sog. Finals statt. D.h. 23 Sportarten tragen ihre deutschen Titelkämpfe am selben Wochenende aus.

 

Hautnah dabei zu sein, ist einfach magisch.

 

 

Anmerkung: Fotos PFritz und mit freundlicher Genehmigung von Hamburg 7s

 

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