top of page

"Marines“ auf Netflix: Zwischen Drill, Risiko und neuem Lebenssinn – Was aus den Männern der Doku wurde

US Marines

Die neue Netflix-Serie „Marines“ sorgt für Bewegung in den Charts: Gleich zum Start schaffte es die dokumentarische Produktion auf Platz 3 der Top 10 – ein bemerkenswerter Erfolg, gerade weil es sich nicht um Fiktion handelt, sondern um eine reale Einordnung des Lebens amerikanischer Elitesoldaten. Während Blockbuster wie The Witcher weiterhin dominieren, schafft es Marines, den Blick der Zuschauer auf ein Thema zu lenken, das selten so nahbar erzählt wird: den Alltag der US Marines zwischen Ausbildung, Einsatz und der ständigen Präsenz von Gefahr.


Eine ungewöhnlich menschliche Militär-Doku

Marines umfasst vier Episoden mit je 40 bis 50 Minuten Laufzeit. Im Zentrum steht die 31st Marine Expeditionary Unit (MEU) – eine in Okinawa, Japan, stationierte Spezialeinheit, die für schnelle Eingriffe ausgebildet ist. Die Doku begleitet sie sowohl im Training als auch auf realen Einsätzen im Pazifik und den USA. Dabei zeigt sie nicht nur die Prozesse moderner Kriegsführung, sondern vor allem die Menschen hinter der Uniform.

Statt heroischer Inszenierungen setzt Regisseurin Chelsea Yarnell auf unmittelbare Nähe: Männer, die zwischen Pflichtgefühl, Verlust und Identitätssuche stehen. Insgesamt lernen die Zuschauer sechs Persönlichkeiten kennen, deren Wege nach Veröffentlichung der Serie unterschiedlicher kaum sein könnten.


US Flagge

Was aus den Soldaten der Doku wurde


Daniel Owens – Der Ausbilder mit Herz

Staff Sergeant Daniel Owens kam ursprünglich aus dem Bildungsbereich und wollte mit Kindern mit Behinderungen arbeiten, bevor er aus familiärer Verantwortung zu den Marines wechselte. In Okinawa bildete er Soldaten aus und fand nach der Abschaffung der Scout Sniper-Einheit bei einer Gedenkveranstaltung neuen Sinn: den Nachwuchs zu formen.Heute ist er weiterhin aktiv im Dienst und bezeichnet seine Frau und Kinder liebevoll als „meine drei kleinen Vögel“.


Pryce Seymour – Vom Chaos zur eigenen Marke

In Texas unter schwierigen familiären Umständen aufgewachsen, fand Pryce Seymour Halt in der Familie seines Freundes Rolan Smith. Gemeinsam traten sie den Marines bei. Heute dient Pryce als Corporal in der Helicopter Company in Camp Pendleton – und gründete 2025 seine eigene Bekleidungsmarke Narrow Path Supply, die Mut, Disziplin und Glauben verkörpert. Zu jedem Verkauf wird ein Dollar gespendet.


Rolan Smith – Vom Footballfeld in den Einsatz

Der Texaner Rolan Smith folgte dem Weg seines Vaters, ebenfalls ein ehemaliger Marine. Die Disziplin aus dem Football half ihm durch die Ausbildung. Als Machine Gunner war er in Okinawa und Singapur im Einsatz. Heute dient auch er als Corporal in Camp Pendleton und wird weiterhin stark von seiner Familie unterstützt.


Jacob „Dad“ Rees – Der besonnene Venom-Pilot

Captain Jacob Rees aus Lafayette, genannt „Dad“, ließ sich von seinem Stiefvater inspirieren, Marines zu werden. Er wechselte von der Infanterie ins Cockpit des UH-1Y Venom. Besonders nach dem Verlust von Kameraden zeigte er Führungsstärke und Mitgefühl. Rees dient weiterhin, hält jedoch sein Privatleben weitgehend privat und verbringt freie Zeit am liebsten mit seiner Familie und seinem Hund.


Logan Roos – Der letzte Sniper

Logan Roos, 22 Jahre alt, war Teil der letzten Scout Sniper-Platoon – etwas, worauf er bis heute stolz ist. Nach der Auflösung verließ er den aktiven Dienst, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Nun arbeitet er im Familienbetrieb, engagiert sich bei Running 4 Heroes Inc. und genießt sein ziviles Leben in Illinois, seit 2025 in einer Beziehung.


Colonel Chris Niedziocha – Der Stratege der 31st MEU

Colonel Chris P. Niedziocha, ursprünglich aus New Jersey, führt die 31st MEU weiterhin an. Seine Karriere begann 1996, und er diente weltweit – unter anderem in Afghanistan und Guantanamo Bay. Heute arbeitet er in Okinawa an internationalen Trainingsprogrammen mit Japan und Australien. Für seinen Einsatz wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Silver Star. Privat lebt er zurückgezogen mit seiner Frau und Tochter.


Fazit: Eine der stärksten Militärdokus der letzten Jahre


Mit Marines veröffentlicht Netflix eine Doku, die sich nicht auf patriotische Bilder verlässt, sondern auf echte Geschichten. Sie zeigt, wie eng Triumph und Trauma, Kameradschaft und Verlust beieinanderliegen – und was nach dem Abspann aus den Männern geworden ist.Keine Überhöhung, kein Pathos. Nur sechs Leben, die weitergehen.

Kommentare


Du möchtest jede neue Ausgabe und alle Blog-Beiträge automatisch per eMail bekommen?
Melde dich jetzt an und abonniere Kunst&Kante!

Danke für die Nachricht!

bottom of page