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Wie Lydias Lakritze den St. Pauli Kiez erobert

Es gibt Lebensläufe, die wie am Schnürchen gezogen verlaufen. Und es gibt Geschichten, die das Leben schreibt – voller Zufälle, Umwege und einer ordentlichen Prise Pragmatismus. Die Geschichte von Lydia, der Frau hinter Lydias Lakritze und dem neuen Lakritzkeller St. Pauli, gehört definitiv zur zweiten Sorte.



Vom geteilten Berlin ans Steuer eines 4,5-Tonners

Lydia, Jahrgang 1966, zieht 1988 nach Berlin. Die Mauer steht noch, die Stadt vibriert. Rund 30 Jahre lang ist Berlin ihr Zuhause, sie bekommt eine Tochter (eine echte Berlinerin) und hat dort, wie man so schön sagt, bis heute "mehr als nur einen Koffer" stehen. Doch der Weg zur Lakritz-Expertin beginnt erst viel später, nämlich 2012, und das mit einem denkbar gegensätzlichen Produkt: Kaminholz.


Lydia kurvte damals mit einem 4,5-Tonnen-LKW durch die Hauptstadt, um Holz in Kisten oder als Schüttgut auszuliefern. Ein harter Job, der vor allem ein Problem mit sich brachte: die mageren Sommermonate. Eine Lösung musste her. Über Umwege landete sie 2013 bei der Idee für einen Feinkostmarktstand. Unter dem Namen „Fein & Lecker – Allet Lakaritze“ bot sie regionale Köstlichkeiten an. Lakritz war anfangs nur ein Beiprodukt. Doch die schwarze Süßigkeit zog die Kunden an wie ein Magnet. Nach und nach verschwand die Feinkost und das Lakritz übernahm die Hauptrolle.


Kanada, Muttis Laube und der Isemarkt

Aber wie landet eine Berliner Holz- und Lakritz-Händlerin auf St. Pauli? "Dass ich hier in Hamburg meinen ersten festen Standort eröffnet habe, ist reiner Zufall", lacht Lydia. 2015 waren ihre Eltern für mehrere Monate in Kanada. Lydia wollte vor ihrer Rückkehr den Schrebergarten der Mutter in Hamburg aufhübschen und quartierte sich für eine Woche in der Laube ein.


Da sie ohnehin ihr 3x3 Meter Marktzelt dabei hatte, dachte sie sich: Warum nicht mal den Hamburger Isemarkt ausprobieren? "Ich dachte eigentlich, dass Hamburg mit Lakritze bestens versorgt ist. Aber das war nicht der Fall", erinnert sie sich. Die Resonanz war unglaublich. Aus einem Ausprobieren wurde eine Regelmäßigkeit. Ein alter Freund bot ein freies Zimmer für die Markt-Tage an, und Lydia stellte fest: Das "schwarze Gold" läuft im Norden einfach besser als in Berlin, wo sie ein eher anstrengendes Multijobber-Leben führte. Seit 2018 gehört Lydias Marktwagen zum festen Inventar der Hamburger Wochenmärkte.


Der Lakritzkeller St. Pauli: Wenn 120 Sorten nicht mehr reichen Lydias bunter Lakritzhänger ist bis heute auf den Märkten der Stadt unterwegs. Das Problem: Er fasst "nur" etwa 120 verschiedene Sorten. "Und das ist für die riesige Welt der Lakritze einfach zu wenig", erklärt sie.


Die logische Konsequenz nach Jahren stetigen Wachstums? Ein eigener Laden. Im August 2025 öffnete der Lakritzkeller St. Pauli seine Türen. Hier gibt es nun den Platz, den das Sortiment verdient. Ob süß oder salzig, weich oder fest, zuckerfrei, fruchtig oder tiefschwarz – hier findet jeder Fan sein persönliches Highlight. Besonders begehrt sind Lydias eigene Lakritzmischungen in fünf Geschmacksrichtungen. Sie sind das perfekte Starter-Kit, um sich durch die Vielfalt zu futtern und die eigenen Favoriten zu entdecken (und psst: bald gibt es diese auch im Onlineshop sowie an ausgewählten Kiosken und Tankstellen!).


Wer Lydia und ihre Leidenschaft für Lakritz live erleben möchte, hat in Hamburg nun viele Möglichkeiten – vom sonntäglichen Fischmarkt bis zum gemütlichen Plausch im neuen Keller auf St. Pauli.


Wo ihr Lydia findet:

  • Lakritzkeller St. Pauli: Di, Do, Fr von 15:00 bis 19:00 Uhr

    Bernhard-Nocht-Straße 89 – 91 · 20359 Hamburg

  • Spielbudenplatz (Nachtmarkt): Mittwochs

  • Fischmarkt: Sonntags

  • Online: https://lydias-lakritze.de/



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