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Leben mit unsichtbaren Erkrankungen: Sarahs Weg zur Genesung


Sarah lebt seit Jahren mit komplexen gesundheitlichen Problemen, die ihren Alltag massiv einschränken. In einem ausführlichen Interview spricht sie offen über ihre Erfahrungen, die medizinischen Herausforderungen und die Unterstützung, die sie auf ihrem Weg erhält.


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Entgiftung und Multisystemische Belastungen

Sarah erklärt, dass ihr Körper, von Geburt an, genetisch eine geringe körpereigene Entgiftungsfähigkeit hat. „Dadurch können sich körperfremde Substanzen im Gewebe einlagern und die Funktion der Organe einschränken“, so Sarah. Sie nennt Beispiele wie Schwermetalle, Mikroplastik, Lösungsmittel oder Parfüm – alles Stoffe, die der Körper entgiften muss.

„Man kann sich das vorstellen wie ein Fass, das irgendwann überläuft“, beschreibt sie. Wenn der Körper bereits durch Schadstoffe belastet ist, kann er weitere Substanzen nicht mehr kompensieren. Dies könne zu einer sogenannten multiplen Chemikaliensensitivität (MCS) führen und das Immunsystem zusätzlich schwächen. Infolgedessen sei man anfälliger für chronische Infektionen, etwa durch EBV, Bartonellen oder Mykoplasmen.

Sarah hat über zehn Jahre hinweg ihre Entgiftungsfähigkeit mit eigenen Methoden unterstützt. Nach ihrer zweiten Corona-Infektion vor knapp zwei Jahren sei diese Stabilität jedoch zusammengebrochen. „Die Infektion hat das Immunsystem massiv verändert und die bisherigen Methoden wirkten nicht mehr.“


Inuspherese als therapeutischer Ansatz

Angesprochen auf die sogenannte Inuspherese (spezielle Form der Blutwäsche) erklärt Sarah: „Anfang dieses Jahres hatte ich noch einmal einen starken gesundheitlichen Einbruch. Mein Körper brauchte Unterstützung von außen, um wieder klarzukommen.“ Zunächst riet ihr eine Praxis davon ab, da ihr Zustand zu fragil war. Später empfahl ein Arzt, spezialisiert auf chronische Infektionen, die Inuspheresen, da sie nicht nur Schadstoffe, sondern auch Antikörper aus dem Blut entfernen können.

Sarah und ihr Freund suchten gezielt nach Praxen, die diese Behandlung durchführen. „Meine jetzige Ärztin erklärte, dass die Hauptindikation bei mir die Entgiftungsstörung sei. Alte Schadstoffe werden, mit Hilfe der Inuspherese, aus dem Gewebe ins Blut freigesetzt und anschließend entfernt. So wird der Körper entlastet, wo er es selbst nicht schafft.“

Beispiele aus der Praxis verdeutlichen die Effektivität: Eine Patientin hatte nachweislich TNT aus ihrem Körper entfernt bekommen – Rückstände aus Jahren in der Nähe eines Truppenübungsplatzes. „Solche Maßnahmen können in vielen Fällen die Belastung durch Schadstoffe deutlich reduzieren.“

Sarah ergänzt: „Bei mir wird außerdem mit bestimmten Infusionen gearbeitet, wie unter anderem Vitamin C zur Unterstützung des Immunsystems und Glutathion als starkes Antioxidans. Das ist ein sehr umfassender, ursächlicher und ganzheitlicher Ansatz, den die Krankenkasse leider nicht übernimmt. Alleine in diesem Jahr sind über 30.000 Euro Kosten angefallen.“


Erste Erfolge und Fortschritte

Sarah beschreibt die ersten positiven Effekte nach der Inuspherese: „Ich hatte keine extremen neurologischen Ausfälle mehr und meine Sauerstoffsättigung hat sich deutlich verbessert. Vorher lag sie oft bei 92–94 %, jetzt bei 99 %.“ Auch die Belastung durch Arsen im Blut ist nun nicht mehr nachweisbar.

„Körperlich bedeutet das, dass ich wieder ein Stück mehr ich selbst sein kann und deutlich weniger Symptome habe. Psychisch gibt es Hoffnung, dass der Prozess weitergeht. Es ist ein langer Weg, aber die Inuspherese sind ein wichtiger Teil davon.“


Finanzielle Belastung und Spendenaufruf

Sarah spricht offen über die finanziellen Herausforderungen: „Seit zehn Jahren zahle ich bereits viel aus eigener Tasche für Diagnostik, Nahrungsergänzung und Therapien. Dieses Jahr ist die Belastung noch einmal deutlich größer geworden.“

Obwohl es ihr schwerfällt, Hilfe anzunehmen, ist sie mittlerweile dankbar für die Unterstützung durch Freunde und Spender. „Es ist in Ordnung, Hilfe anzunehmen. Ich kann sie später in meinen Jobs als Logopädin und ganzheitllche Ernährungs- und Gesundheitsberaterin auch wieder zurückgeben, wenn ich gesund bin.“

Sie nutzt Instagram, um Aufmerksamkeit für ihre Situation zu schaffen und andere Betroffene zu unterstützen: „Viele Menschen mit unsichtbaren Erkrankungen werden nicht ernst genommen. Wenn ich meine Geschichte teile, erhalten wir Sichtbarkeit und Anerkennung.“


Verwundbarkeit und Stärke

Sarah reflektiert: „Verwundbarkeit bedeutet, sich verletzlich zu zeigen. Gleichzeitig habe ich durch diese Situation erfahren, wie stark ich sein kann. Niemand - höchstens ein selbst Betroffener - kann sich vorstellen, was es bedeutet, jeden Tag mit diesen Symptomen zu leben.“

Auch das Thema Abhängigkeit betrachtet sie differenziert: „Hilfe anzunehmen bedeutet nicht, schwach zu sein. Es ist ein starker Schritt, anzuerkennen, dass man alleine nicht alles schaffen kann.“


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Leben im Zelt als Schutz vor Schadstoffen

Ein entscheidender Faktor für Sarah ist die Reduktion von Schadstoffen in der Umgebung. Sie lebt seit Juni draußen. Bei den aktuellen Temperaturen als Kompromiss in einem Zelt: „Innenräume geben viele flüchtige Stoffe ab, auf die Menschen wie ich stark reagieren. Draußen ist es am besten, aber symptomfrei bin ich dort natürlich auch nicht. 

Das Zelt reduziert die Belastung deutlich, ich habe nur das Nötigste dabei und kann mich besser erholen.“

Naturkosmetik, ungiftige Reinigungsmittel und eine bewusste Ernährung unterstützen zusätzlich ihre Gesundheit. „Es geht darum, den Körper bestmöglich zu entlasten, um sich selbst zu regenerieren.“


Wie man Sarah helfen kann

Sarah betont, dass allein das Teilen ihrer Geschichte hilft: „Es gibt Sichtbarkeit für unsichtbare Erkrankungen, mehr Glaubwürdigkeit für die Betroffenen und Aufmerksamkeit für den Spendenaufruf.“

Finanzielle Unterstützung ist weiterhin notwendig, um die laufenden Inuspheresen/Blutwäschen, Infusionen und Behandlungskosten zu decken. Zusätzlich gibt es eine Amazon-Wunschliste, über die Sachspenden wie technische Geräte oder medizinische Hilfsmittel geschickt werden können.

Sarah hat außerdem eine Webseite, die alle Berichte, Artikel und Fernsehsendungen zusammenfasst, inklusive Interviews mit ihrer Ärztin: „So können sich Interessierte ein Bild machen und die medizinische Seite besser nachvollziehen.“


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Fazit

Sarahs Geschichte zeigt, wie komplex und belastend das Leben mit unsichtbaren Erkrankungen sein kann. Entgiftung, Infusionen, eine schadstoffarme Umgebung und finanzielle Unterstützung sind entscheidende Faktoren für ihre Genesung. Ihre Offenheit und ihr Engagement geben anderen Betroffenen Hoffnung und schaffen Verständnis für ein Thema, das oft übersehen wird.



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