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Cora über die Kunst des echten Lebens




In einer digitalen Welt, die oft von glatten Oberflächen und perfekter Inszenierung dominiert wird, wirkt der Content von Cora wie ein tiefes Durchatmen. Als selbsternannter „Homebody“ hat sie sich eine Community von rund 60.000 Menschen aufgebaut – nicht mit schrillen Trends, sondern mit Ehrlichkeit, Entschleunigung und einer Prise DIY-Kreativität.

​Cora teilt ihr Leben als digitales Tagebuch, in dem auch die leisen, emotionalen Momente ihren Platz finden. Dabei jongliert sie geschickt zwischen Teilzeit-Anstellung und Selbstständigkeit und beweist, dass Reichweite weniger mit Ego und viel mehr mit Verantwortung zu tun hat. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, wie sie ihre Grenzen schützt, warum Vergleiche kein Konkurrenzkampf sein müssen und wie man junge Menschen ganz ohne Leistungsdruck für Kunst und Kultur begeistern kann.


Hey Cora, wer bist du?

Ich bin Cora, ein absoluter Homebody und jemand, der es ruhig mag. Ich teile online sehr ehrlich und transparent mein Leben, meine Gedanken und meinen Alltag. Mein Content ist eher langsam, cozy und reflektiert, weil ich glaube, dass genau das vielen Menschen gerade fehlt. Ich mag es, Dinge nicht zu beschönigen, aber auch nicht dramatischer zu machen, als sie sind.


Deine Follower:innen nimmst du täglich mit und gibst auch viele private Einblicke. Wie einfach fällt dir das?

Private Einblicke zu geben fällt mir tatsächlich leichter als alles andere. Die größere Herausforderung ist eher, nicht alles zu teilen. Meine Plattform ist eine Art digitales Tagebuch, in dem ich Gedanken und Erlebnisse festhalte. Gleichzeitig lerne ich aber immer besser, Grenzen zu setzen und Dinge auch einfach für mich zu behalten.


Mit steigender Reichweite wächst auch die Zahl der Hater. Wie gehst du mit diesen Menschen und Kommentaren um?

Ich will jetzt nichts jinxen, aber tatsächlich bekomme ich sehr wenig Hate. Dafür umso mehr konstruktive Kritik, die ich mir gerne anhöre und bei der ich schaue, ob und was ich davon annehmen möchte. Ich finde es wichtig, Kritik nicht automatisch als Angriff zu sehen, sondern als Möglichkeit zur Reflexion.


Wenn du dich dabei filmst, wie du emotionale Momente erlebst, wie authentisch ist das?

Alle Momente, die ich zeige, sind authentisch und nicht gestellt. Wenn sehr emotionale Situationen stattfinden und andere Menschen involviert sind, frage ich vorher immer, ob das in Ordnung ist. Es geht mir dabei nicht um Klicks, sondern darum, Momenten Raum zu geben, die sonst oft tabuisiert werden. Was ich zeige, ist echt, und was privat bleiben soll, bleibt privat.


Kannst du Momente wirklich genießen, ohne dabei an Kamera oder Winkel zu denken?

Ja, auf jeden Fall. Ich achte sehr bewusst auf Digital Detox und darauf, meine Elektronik auch aktiv wegzulegen. Winkel oder perfekte Bilder sind mir selten wichtig. Mir geht es darum, echte Momente einzufangen. Wenn ich im Nachhinein etwas teile, ist das Gesprochene für mich wichtiger als das Bild. Die Message steht immer über der Ästhetik.


Gibt es einen Konkurrenzkampf unter Influencer:innen?

In meiner Bubble erlebe ich keinen Konkurrenzkampf. Wenn jemand wächst oder Reichweite bekommt, nimmt das anderen nichts weg. Ich vergleiche mich zwar phasenweise auch, aber Vergleichen ist für mich nicht gleich Konkurrenz. Niemand nimmt jemandem Platz oder Stimme weg, vor allem nicht in einem Bereich, der so persönlich ist wie meiner.


Welche Fragen sollten sich Menschen stellen, bevor sie eine Influencer Karriere starten?

Man sollte sich fragen, wie weit man sich persönlich öffnen möchte und mit welchen Themen man wirklich im Reinen ist. Es ist wichtig, hinter dem zu stehen, was man teilt. Unsicherheit darf gezeigt werden, aber man sollte wissen, wie man sich schützt, zum Beispiel, indem man Kommentare bewusst meidet. Selbstwert und Abgrenzung sind dabei essenziell.


Auf Instagram hast du rund 60.000 Follower:innen. Bringt das Verantwortung mit sich?

Ja, Reichweite bringt Verantwortung mit sich. Man heißt nicht umsonst Influencer:in. Ich finde es wichtig, neben Unterhaltung auch Werte zu vermitteln und Gedanken anzustoßen. Gleichzeitig übernehme ich nicht das Denken oder Handeln anderer. Ich sehe mich eher als Impulsgeberin für Diskurs und Austausch und nicht als moralische Instanz.


Du bist sehr kreativ und baust DIY Projekte in deinen Content ein.

Was bedeutet dir das?

Kunst und Basteln bedeuten für mich Abschalten und etwas mit den eigenen Händen zu schaffen. Es geht um den Prozess, nicht um Perfektion. Außerdem hilft mir kreatives Arbeiten dabei, weniger konsumorientiert zu sein und mich auf das zu konzentrieren, was ich bereits habe.


Wir sind ein Kunst und Kulturkanal.

Wie können wir junge Menschen mehr für diese Themen begeistern?

Ich glaube, Inspiration ist der wichtigste Punkt. Wenn etwas neugierig macht und nicht sofort mit Leistungsdruck verbunden ist, entsteht Interesse fast von selbst. Leidenschaft entwickelt sich dann, wenn man sich eingeladen fühlt und nicht das Gefühl hat, etwas leisten oder verstehen zu müssen.


Welche Frage haben wir dir nicht gestellt, die du aber gerne beantworten würdest?

Vielleicht die Frage, warum mir Echtheit im Internet so wichtig ist. Ich glaube, viele Menschen sehnen sich nach Inhalten, die nicht perfekt sind, sondern nahbar. Genau dafür möchte ich einen Raum schaffen.


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Kunst & Kante | Printversion | Ausgabe 2 | Q1 2026|
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